22
Okt
09

Blogs in Zeiten von Twitter, Facebook und Co.

Das ist mein Beitrag zu der Blogparade von Selbstständig im Netz zu dem oben genannten Thema.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie nähert man sich dem Thema. Gibt es Statistiken die gewisse Trends aufweisen auf die man sich bezieht, wenn ja wie aussagekräftig sind diese oder verlässt man sich auf die subjektive Sicht seines Selbst und untermauert seine Meinung mit eigenen Erfahrungen.

Ich denke eine solche Voraussage, und das ist es ja wohl im Moment noch, kann man mit der Wettervorhersage vergleichen: Nie grundlegend falsch, aber auch nie 100 prozentig richtig.

Erst mal ist zu sagen dass sich die deutsche Blogosphäre noch nicht vollkommen entfaltet hat. Dort stecken auf jeden Fall noch Reserven, die in Zukunft sicher ausgeschöpft werden. Bei den Anderen versteckt sicher auch noch ein gewisses Potenzial. Aber für mich sind diese Dienste lange nicht so dynamisch wie ein Blog.

Was haben Blogs, Twitter und Facebook gemeinsam? Ganz klar, alle dienen der Kommunikation, wobei Facebook sich auf den Austausch mit Freunden, Freundesfreunden und  Bekannten “beschränkt”. Über Twitter kommuniziert man dann schon mit allen Followern auf SMS-Niveau. Mit Blogs erreicht man die ganze Welt, soweit diese der Sprache mächtig ist und über die Kommentar-Funktion  an Diskussionen und Meinungsaustausch teilnimmt.

Ich denke in den seltensten Fällen werden politische, soziale oder kulturelle  Themen über Facebook behandelt. Man ist vielmehr damit beschäftigt sich seinen Alkoholpegel fürs Wochenende generieren zu lassen oder täglich seinen virtuellen Glückskeks zu öffnen, dass ganze wird dann noch von Freunden kommentiert und so hat man eine gewisse Diskussionsgrundlage über Sorgen und Alltag.

Twitter ist für mich so ein “Zwischending”. Man kann durchaus niveauvolle Beiträge verfassen. Die meisten driften aber ab ins Bedeutungslose. Mit “Ich geh auf Klo”  oder “Mir ist langweilig” haben wir zwei der wohl bedeutungslostesten Informationen.

Mit Blogs schließlich hat man eine Form der Informationverbreitung, die meistens mit einem vollendeten Satzbau (S-P-O) und einer guten Struktur das vermitteln, was der Autor beabsichtigt oder was der Leser darin erkennt. Hier zeigen sich die wahren “Skills”.

Die Darstellungen lassen schon vermuten, dass die ersten Beiden wenig Engagement und (ein springender Punkt in der heutigen Zeit) wenig Aufwand erfordern. Doch heißt das noch lange nicht, dass es zu einer Monopolisierung kommen wird, nur weil Twitter “einfacher” ist. Die wahre Vielfalt und die Ausformulierungen, in vielen Fällen die damit eng verknüpfte Konkretisierungen von Aussagen, Meinungen und mehr, machen Blogs interessant.

Ich will Bloggen und Twittern mal mit dem Essen vergleichen. Twittern ist wie McDonalds, Burger King und Co. Bloggen dagegen ist ein genüssliches 3 Gänge Menü mit entspannter Atmosphäre. Jeder kann sich natürlich aussuchen, wo er essen geht oder wie er kommuniziert. Aber sowie einseitige Ernährung irgendwann auf den Magen schlägt, wird man auch nicht auf Blogs verzichten können.